Unsere Auswahl vereint gotische Kunst, mittelalterliche Skulpturen sowie Werke der Renaissance und der Frühen Neuzeit. Die Sammlung umfasst Madonnen mit Kind, Christus- und Heiligenfiguren, Reliefs, gotische Goldschmiedearbeiten und architektonische Elemente. In Stein, Holz, Marmor oder Metall ausgeführt, spiegeln diese Werke den Naturalismus, die Eleganz und die zunehmende Vermenschlichung sakraler Figuren in der gotischen Skulptur wider.

REF. 294

Diese geschnitzte Madonna mit Kind aus Eichenholz ist eine bedeutende spätgotische Skulptur, die der Gruppe des Meisters von Elsloo zugeordnet werden kann. Mit einer Höhe von 106 cm stammt sie aus Limburg oder Obergeldern, in den früheren Niederlanden, und lässt sich um 1500 datieren. Maria ist stehend, in leichtem Kontrapost dargestellt und trägt das Kind auf ihrem linken Arm. Die vollrund geschnitzte Figur zeigt einen ruhigen und verinnerlichten Ausdruck, der noch an die internationale Gotik erinnert, während die Behandlung des Körpers und der Draperie bereits die volleren Formen des frühen 16. Jahrhunderts ankündigt. Die bedeutendste Parallele bildet das Marianum im Museum Catharijneconvent in Utrecht, datiert um 1495-1504, ergänzt durch die Marianen von Venlo und Neer. Diese Vergleiche verorten diese Madonna mit Kind im limburgischen Corpus der Gruppe des Meisters von Elsloo, um 1500, an der Schwelle zwischen Spätgotik und frühem 16. Jahrhundert...

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REF. 295

Diese geschnitzte, polychromierte und vergoldete Madonna mit Kind aus Lindenholz gehört zur spätgotischen Skulptur Süddeutschlands. Mit einer Höhe von 110 cm lässt sie sich in Südschwaben, im Raum Westallgäu, Wangen und Bodensee, lokalisieren und um 1470–1480 datieren. Maria ist stehend dargestellt und trägt das Kind hoch auf ihrem linken Arm. Die schlanken Proportionen der Figur, die zurückhaltende Sanftheit des Gesichts, die kantige Behandlung des Mantels und die lebhafte Haltung des Kindes kennzeichnen ein Werk, das noch vom Weichen Stil geprägt ist, zugleich jedoch bereits die neuen plastischen Entwicklungen des letzten Viertels des 15. Jahrhunderts erkennen lässt. Vergleiche mit Skulpturen aus Rankweil, Nonnenhorn, Markdorf und Wangen sowie insbesondere mit dem Hans Rueland zugeschriebenen Werkkomplex erlauben es, diese Madonna mit Kind dem engen Umkreis oder der Werkstatt des Meisters zuzuordnen, wahrscheinlich um 1470–1480...

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REF. 262

Kopf eines bärtigen Mannes, vollrund in Marmor von Gano di Fazio gearbeitet (Siena, dokumentiert von 1302 bis 1316 oder 1317), einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der sienesischen Skulptur am Übergang vom 13. zum 14. Jahrhundert. Dieses bislang unveröffentlichte Werk wird von Professor Gabriele Fattorini in die Jahre 1312 bis 1317 datiert.
Das Gesicht zeichnet sich durch einen eleganten gotischen Naturalismus aus: Die großen ovalen Augen werden von fein gezeichneten Lidern betont, während Haar und Bart in weichen, gewellten und tief eingeschnittenen Strähnen gestaltet sind. Das Volumen des Kopfes, die kalligrafische Geschmeidigkeit von Haar und Bart sowie die Bewegung der Strähnen, die sich bis über die Seiten und die Rückseite des Kopfes erstrecken, finden ihre engsten Parallelen in den späten Werken Gano di Fazios.
Der bedeutendste Vergleich bietet sich mit der Folge von elf Heiligen und Propheten aus dem Dom von Massa Marittima, die heute im Museo d'Arte Sacra aufbewahrt werden...

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REF. 292

Museale und bedeutende Madonna mit Kind aus geschnitztem und polychromiertem Holz, mit wichtigen Resten mittelalterlicher Polychromie. Diese Skulptur gehört zu einer großen Familie sitzender Madonnen mit Kind, die als „baskisch-navarresisch-riojanischer“ Typus bezeichnet wird und um 1300 in Aragonien verbreitet war. Maria ist frontal auf einem reich verzierten Thron dargestellt, in einer feierlichen und hieratischen Haltung. Die Jungfrau trägt eine hohe Lilienkrone, deren Silhouette die Monumentalität der Figur verstärkt. Ein roter Schleier rahmt ihr Gesicht und fällt über die Schultern. Unter einem weiten Mantel, dessen Falten über die Knie herabfallen, erscheint eine blaue Tunika mit vergoldeten Motiven. Das Kind sitzt auf dem linken Knie der Jungfrau, leicht aus der Mittelachse versetzt. Es segnet mit der rechten Hand und hält in der anderen ein Buch, wahrscheinlich die Heilige Schrift. Dieses ikonographische Schema, das bei gotischen Madonnen Nordspaniens weit verbreitet ist, bricht teilweise mit der strengen romanischen Symmetrie. ..

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REF. 296

Diese polychromierte und vergoldete Skulptur aus Lindenholz stellt den heiligen Jakobus den Älteren als Mann reiferen Alters dar. Er ist an seinem breiten Pilgerhut und dem in seiner rechten Hand erhaltenen Fragment eines Pilgerstabes zu erkennen. Mit einer Höhe von 55 cm gehört die Figur zur oberrheinischen Bildhauerei und lässt sich genauer nach Basel, um 1515 bis 1520, in die Werkstatt des Martin Hoffmann einordnen. Der Heilige ist stehend dargestellt und von einem weiten vergoldeten Mantel umhüllt, den er mit beiden Händen anhebt. Der zurückgelegte Kopf, der nach oben gerichtete Blick und der leicht geöffnete Mund verleihen der Figur eine starke Ausdruckskraft. Die tief in den Augenhöhlen liegenden Augen, die kräftigen Lider, der markant ausgebildete Nasenrücken und der in tief eingeschnittenen Strähnen gegliederte Bart bilden die wichtigsten physiognomischen Merkmale des Werkes. Der Gesichtsausdruck, die charakteristische Form der Augen, die kompakte Gestaltung der Hände und die plastische Organisation des Mantels verbinden diese Skulptur eng mit dem Basler Werkkomplex um Martin Hoffmann. Das Zusammenwirken dieser Merkmale erlaubt eine Zuschreibung an seine Werkstatt und eine Datierung um 1515 bis 1520...

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REF. 279

Gekrönter Christus am Kreuz aus polychromiertem und vergoldetem Walnussholz, geschnitzt im Nordosten Frankreichs, im Grenzgebiet zwischen dem nördlichen Burgund und der südlichen Champagne, um 1260 bis 1270. Diese seltene französische Skulptur der Gotik zeigt den toten Christus mit zur rechten Schulter geneigtem Haupt und stark gelängtem Körper. Die aus demselben Holzblock geschnitzte Königskrone bildet zusammen mit der bereits vollständig gotischen Körperauffassung und dem tief bewegten Perizonium eines der bemerkenswertesten Merkmale der Skulptur. Auf dem Körper haben sich bedeutende Reste der alten Polychromie sowie Spuren der Vergoldung an Krone und Perizonium erhalten. Das Werk veranschaulicht einen entscheidenden Übergang in der Entwicklung des Christusbildes im 13. Jahrhundert, zwischen der Tradition des Christus Rex und der Herausbildung des leidenden Christus der Rayonnantgotik...

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REF. 290

Diese florentinische Marmortafel, um 1450 im Flachrelief gearbeitet, zeigt das Agnus Dei, das Emblem der Arte della Lana, der mächtigen Wollzunft von Florenz. Zugleich religiöses Bild, Zunftwappen und urbanes Zeichen, gehörte sie zum Corpus steinerner Insignien, die die Präsenz und den Besitz dieser Institution in der Stadt sichtbar machten, wie etwa am prestigeträchtigen Palazzo dell’Arte della Lana...

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REF. 280

Diese bedeutende burgundische Skulptur der Gotik, eine Rundplastik aus dem engen Umkreis Antoine Le Moituriers und um 1470-1480 datiert, stellt einen Apostel, wahrscheinlich den hl. Matthäus, dar. Aus hellem, feinkörnigem Kalkstein gearbeitet, verbindet die Figur eine frontale Haltung mit einer subtilen Gewichtsverlagerung: Das linke Bein trägt den Körper, während das leicht vorgestellte rechte Bein unter den Gewändern eine elegante Bewegung erzeugt. Der Heilige trägt eine lange, am Hals geknöpfte und in der Taille gegürtete Tunika sowie einen weiten Mantel mit breiten Stoffbahnen und tiefen Falten. In der heute unvollständigen linken Hand hält er ein geschlossenes Buch, das ihn als Apostel oder Evangelisten ausweist. Das reife Gesicht mit vollem Bart und kräftigen, tief ausgehöhlten Locken bewahrt einen ernsten Ausdruck. In den Gewandvertiefungen haben sich Spuren der Polychromie erhalten...

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REF. 283

Dieses in Nussbaumholz vollrund geschnitzte Werk lässt sich den Werkstätten Ostfrankreichs in der Mitte des 14. Jahrhunderts zuordnen. Die Madonna steht leicht im Kontrapost und trägt das auf ihrem linken Arm sitzende Kind. Sie ist in ein Kleid und einen Mantel gekleidet, dessen Saum vorn über den Körper geführt ist, und trägt eine hohe, mit Fleurons besetzte Krone über einem kurzen Schleier, unter dem welliges Haar sichtbar wird. Ihre eher frontale Haltung wird durch das Kind ausbalanciert, das mit der rechten Hand den Saum des mütterlichen Schleiers ergreift. Die elegante Silhouette gehört ganz zum Rayonnant der „höfischen“ Stilrichtung, löst sich jedoch von der mitunter abstrakten Kostbarkeit der Vorbilder aus der Île-de-France, um eine plastische Dichte und eine für die lothringische Skulptur charakteristische Kraft zu behaupten...

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REF. 281

Johannes der Evangelist aus polychrom gefasstem und vergoldetem Lindenholz. Der Heilige ist in einen goldenen Mantel mit blauem Futter gekleidet, dessen gebrochene Falten für die spätgotische deutsche Skulptur charakteristisch sind, insbesondere für die Werkstätten Thüringens und Frankens. Die Tunika, sichtbar am runden Halsausschnitt und am unteren Ende der Skulptur, fällt in relativ einfachen, vertikalen, röhrenförmigen Falten, die eine visuelle Stützsäule bilden und mit dem Mantel kontrastieren, der mit großer plastischer Komplexität behandelt ist, typisch für die in der Saalfelder Schule gebräuchlichen „gebrochenen“ bzw. „kantigen Falten“ (Knitterfalten). Ein altes Sammlungsetikett erwähnt eine Zuschreibung an Valentin Lendenstreich, den Meister des Neusitzer Altars. Die relative Steifheit einiger Partien in Verbindung mit der Tiefe der Ausarbeitung weist jedoch eher auf die Hand Hans Gottwalds von Lohr hin und auf seine Synthese zwischen thüringischer Bewegtheit und der strukturellen Strenge der Würzburger Schule als auf den Stil Valentin Lendenstreichs...

REF. 261

Seltene Marmorskulptur des italienischen Meisters Tino di Camaino (Siena 1280 – Neapel 1337), die eine der drei theologischen Tugenden, den Glauben, darstellt. Schüler und Nachfolger von Giovanni Pisano entwickelte der Meister einen eigenständigen, großzügigen und mitunter rauen Stil, der in dieser Skulptur sehr deutlich zum Ausdruck kommt. In voller Runde (ronde-bosse) gearbeitet, ist die Tugend leicht im Kontrapost dargestellt, trägt eine Krone und hält Lilien in ihrer rechten Hand. Das Gewand mit seinen tiefen, meisterhaft gemeißelten Falten betont die Vertikalität und verleiht der Figur eine feierliche Ausstrahlung. Dieses Werk lässt sich mit der um 1320 entstandenen Büste der „Fides“ im Museo dell’Opera del Duomo in Florenz vergleichen. Unsere Skulptur weist einen ähnlichen Stil auf, bei dem die plastische Qualität des Volumens im Vordergrund steht. Dieses bedeutende Werk wurde daher wahrscheinlich gegen Ende des Lebens des Künstlers geschaffen...

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REF. 277

Bedeutende museale Statuen aus polychromem Nussbaumholz, ursprünglich Teil einer Beweinungsgruppe (nicht einer reinen Grablegung). Die originale Polychromie ist weitgehend erhalten. Die heiligen Frauen lassen sich als die Jungfrau Maria (mit nach unten gefalteten Händen) und Maria Salome (mit nach oben gefalteten Händen) deuten. Die Ikonographie ist stimmig: kopfbedeckende Mäntel, nach innen gewendete Trauerhaltung, gefaltete Hände, keine individuellen Attribute. Die frontale Präsentation, das Aufstellen auf trapezförmigen Basen und die zurückhaltende Gestik verweisen auf eine Prozessionsszenografie, die seitlich um einen liegenden Christus in einer Beweinung gelesen werden sollte. Diese beiden Skulpturen greifen Haltung, Codes und Ausdruck des außergewöhnlichen Ensembles in der Kapelle Saint-Jacques von Monestiès (um 1490–1491, Raum Albi) auf...

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REF. 272

Bedeutende Skulptur aus Ulmenholz, in sehr hohem Relief geschnitzt und am Rücken ausgehöhlt. Anna sitzt in Majestät; Schleier und Gebende rahmen ein gesammeltes Antlitz. Zu ihrer Linken hält sie das segnende Kind, zu ihrer Rechten die gekrönte jugendliche Jungfrau. Es handelt sich um eine frühe Ikonographie des Themas mit einer Größenthierarchie, die für oberrheinische Prototypen des späten 13. Jahrhunderts typisch ist. Die Wahl der Ulme entspricht den Gepflogenheiten von Werkstätten am Oberrhein bzw. Bodensee. Der Faltenwurf ist in gebrochene Flächen und flache Kanneluren gesetzt, mit V-förmigen Brüchen über den Knien. Die Linie bleibt eher grafisch als naturalistisch – ein Zeichen des Übergangs von der Romanik zur Gotik vor der Aufweichung des 14. Jahrhunderts...

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REF. 250

Wichtige gedrehte Säule aus weißem Marmor. Ein spiralförmiges Band, das von zwei seitlichen Bändern gemeißelt wurde, wechselt sich mit einer Spirale aus Blüten ab. Diese Säule stammt höchstwahrscheinlich aus einem Kreuzgang oder einem Portal und findet ihre Parallelen in Mittelitalien. Diese Pracht ist tatsächlich in der Toskana, im Latium und in Umbrien im 13. und 14. Jahrhundert präsent. Unsere Säule unterscheidet sich jedoch von den Werken des 14. Jahrhunderts durch ein geradlinigeres Profil und eine erhöhte Nüchternheit in ihren floralen Motiven, wodurch sie mit der Opulenz der Säulen des Portals der Kathedrale von Orvieto (14. Jahrhundert) kontrastiert. Diese Merkmale ermöglichen es, dieses Werk auf das letzte Drittel des 13. Jahrhunderts zu datieren...

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REF. 267

Marmorskulptur, die Maria Magdalena darstellt, Ende des 14. Jahrhunderts im Norden Italiens gemeißelt. Die Heilige steht aufrecht und ist in einen langen Mantel gehüllt, dessen vorderer Teil wie eine fein gefältelte Schürze herabfällt. Die natürlichen Wellen der Falten – mal steif als Kordelfalte, mal weich im Herabgleiten – verleihen der Figur eine anmutige Bewegung. Ihr Gesicht, rund und gelassen, zeichnet sich durch volle Wangen, eine leicht aquiline Nase und einen Mund mit vollen Lippen aus, modelliert mit beinahe sinnlicher Sanftheit. Die freie Stirn kündigt das folgende Jahrhundert an. In ihrer linken Hand hält sie das Parfumgefäß, einen Nardenkrug, mit dem sie die Füße Jesu im Haus Simons des Pharisäers und nach seiner Auferstehung salbte. In der rechten Hand hält sie das Buch, ein weiteres charakteristisches Attribut der Heiligen...

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REF. 270

Andachtsfigur der stehenden Madonna, mit Schleier über den Schultern und einer kronenartigen Fleuronenkrone. Auf dem linken Arm trägt sie das Christuskind. Christus, mit entblößtem Oberkörper, hält einen Granatapfel in den Händen und trägt ein rotes Gewand über dem Unterkörper. In der rechten Hand hält die Madonna eine Lilienblüte (Fleur-de-Lys). Mit ovalem Gesicht, mandelförmigen Augen und kleinem Mund scheint die Mutter mit dem Kind in einen Blickdialog zu treten. Der blaue Mantel, wie eine Schürze nach vorne geworfen, bildet gebrochene Falten und kräftige Säume, in Chevron-Motive und senkrechte Bahnen organisiert; das Unterkleid erscheint am Halsausschnitt und am Saum...

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REF. 177

Seltene polychrome Holzstatue einer Muttergottes mit Kind aus der Region Fenouillèdes, die eine Virgo Lactans darstellt. Vor dieser Entdeckung waren nur 3 mittelalterliche Stillende Madonnen in den Pyrénées Orientales bekannt. Unsere Madonna zeichnet sich durch die Qualität ihrer Ausführung, den Erhalt ihrer Polychromie und eine bekannte Herkunft aus. Maria sitzt auf dem Thron mit einem sanften und geheimnisvollen Ausdruck. Das Kind auf ihrem Schoß hält das Buch und hebt den Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand...

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REF. 255

Großer Kopf eines Apostels aus Pariser Werkstätten, Ende des 13. Jahrhunderts. Der Heilige wird als reife Figur dargestellt, mit gut definierten Gesichtszügen, darunter markante Wangenknochen und tief eingeschnittene Linien, die ein Gefühl von Alter und Weisheit vermitteln. Der Bart und der Schnurrbart fallen in feine, klar abgegrenzte Strähnen, während das Haar in dickeren, welligen Locken gestaltet ist. Der strenge Ausdruck und die Gestaltung der Züge deuten darauf hin, dass der Fokus auf der Betonung der Gravität und spirituellen Autorität der Figur lag. Seine stilistischen Merkmale und die Verwendung von Lutetium-Kalkstein erlauben eine sichere Zuordnung zum Pariser gotischen Skulpturenkorpus des späten 13. Jahrhunderts.
Diese Skulptur zeigt den nachhaltigen Einfluss von Jean de Chelles und seinen Zeitgenossen in den letzten Jahrzehnten des 13. Jahrhunderts...

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REF. 242

Schöne Muttergottes mit Stieglitz aus Kalkstein, vollplastisch gemeißelt mit Spuren von Polychromie. Maria hält in ihrer Hand den Vogel, der vom Kind gefüttert wird. Unsere Skulptur zeigt Spuren von ockerfarbener und blauer Polychromie sowie Vergoldung an Haaren und an der Lilienkrone. Die Muttergottes ist in ein Gewand gehüllt, mit bedeutendem seitlichen Faltenwurf unter dem linken Arm und schönen Falten, die das Ende des 14. Jahrhunderts ankündigen. Die Gesichter der Muttergottes und des Kindes weisen auf eine Produktion aus der Ile-de-France hin...

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REF. 228

Bedeutende thronende Muttergottes mit Kind. Maria hält Christus auf ihrem linken Knie. Hieratisches Gesicht der Muttergottes, noch stark von romanischen Kanons geprägt, umrahmt von einer kurzen Haube. Unsere Skulptur zeichnet sich durch ihre bedeutende museale Dimension und die Gegenüberstellung der beiden Figuren aus, die hieratische Muttergottes und das Kind, das bereits zur frühen Gotik der Ile-de-France gehört. Das sehr schöne Gesicht des Kindes, die kurze Haube der Muttergottes, ihr Mantel mit Resten roter Polychromie, unter dem Arm gezogen, sind alles Merkmale dieser Übergangszeit zwischen romanischer Kunst und früher gotischer Kunst...

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REF. 246

Eine Sammlung von zwei großen Kalksteinskulpturen in Rundplastik, die den heiligen Petrus und den heiligen Paulus darstellen. Die beiden Apostel werden stehend dargestellt, jeder hält ein Buch in der linken Hand. Schöne Schließen an beiden Büchern. Elegante Faltenlegung der Mäntel. Leichte Hüftschwünge und nach vorne gerichtete Knie. Diese beiden Statuen haben zweifellos denselben Ursprung und denselben Bildhauer. Die Drapierungen und die Behandlung der Gesichter erlauben es uns, diese beiden Skulpturen ins 15. Jahrhundert einzuordnen...

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REF. 226

Schönes bärtiges Gesicht, eingerahmt von lockigem Haar, das unter der Mütze des Propheten hervorkommt. Dieser Kopf ist sehr ausdrucksstark und zeigt einen nachdenklichen Mann in seinen Jahren. Diese gotische Skulptur in Rundplastik kann mit Skulpturen des 14. Jahrhunderts aus Nordfrankreich verglichen werden, von denen einige aus den verschwundenen Kathedralen von Arras, Boulogne-sur-Mer und Cambrai stammen. Eine wahrscheinliche Herkunft für diese gotische Skulptur, die aus einer Sammlung in der Region Saint-Omer stammt, ist die Abtei Saint-Bertin...

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REF. 208

Kleiner Marmorkopf, der einen bärtigen Mann im Profil darstellt, einen Apostel oder einen Propheten. Diese Skulptur stammt aus der Sammlung Joseph Altounian, die bei der Artcurial-Auktion am 18. September 2019 aufgelöst wurde. Auf der Rückseite trägt sie das typische Etikett der Joseph Altounian-Sammlungen, Ref: Annexe 622. Unsere Skulptur wurde als aus dem engen Kreis von Giovanni Pisano stammend bezeichnet. Ohne diese Zuschreibung mit Sicherheit bestätigen zu können, gehört unser Marmor dennoch zur toskanischen Schule des frühen 14. Jahrhunderts, unter dem Einfluss von Bildhauern wie Pisano oder Giovanni di Balduccio. Der Vergleich mit letzterem ist interessant, Giovanni di Balducio fertigte Kapitelle und Grabreliefs mit Darstellungen, die unserem Marmor sehr ähnlich sind...

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REF. 198

Großer heiliger Sebastian, fein in Alabaster geschnitzt. Der Heilige ist an eine Säule gebunden, die von einem Kapitell gekrönt ist, mit schönen weichen Gesichtszügen und prachtvollem Haar mit langen, durchbrochenen und welligen Locken. Diese Statue war Gegenstand einer Verehrung, wie die Abnutzung des Gesichts und der Unfall an der Nase belegen...

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REF. 191

Große Verkündigungsmadonna aus polychromem Holz. Unsere Madonna wird in der Phase der Conturbatio dargestellt, Maria drückt ihr Erstaunen aus und wird als junges Mädchen mit weichen und resignierten Gesichtszügen dargestellt. Das lange Kleid mit typischem Ausschnitt aus dem späten 13. Jahrhundert hat prächtige blaue und rote Dekorationen bewahrt, die direkt auf das Holz oder auf gestärkte Leinwand aufgetragen sind und noch gut erhalten sind...

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REF. 188

Große Madonna mit Kind aus Eichenholz vom Ende des 13. Jahrhunderts oder Anfang des 14. Jahrhunderts. Die Plastizität der Gesichter und des Christus erinnern an das 13. Jahrhundert (das Gesicht der Madonna erinnert an das Gesicht der romanischen Sedes Sapientiae von Seron), während die Drapierungen des Kleides der Madonna auf das folgende Jahrhundert hinweisen. Maria, mit ihrem schönen ovalen Gesicht, sitzt auf einer Thronbank. Mosanische Madonnen sind in Sammlungen seltener als die südeuropäischen.
Reste von Polychromie und Vergoldung. Hohler Rücken mit Hakenverschluss...

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REF. 173

Wichtiger Kopf einer Apostelstatue. Lange und antikisierende Gesichtszüge. Erosion durch lange Witterungseinflüsse, sichtbar am Haar. Kalkablagerungen. Außergewöhnliche Skulptur, vermutlich Paris, 13. Jahrhundert...

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REF. 182

Kopf eines Apostels oder Christi aus geschnitztem Kalkstein. Längliches Gesicht mit hoher Stirn und langen Haaren mit dicken, welligen Strähnen an den Seiten
Die mandelförmigen Augen sind von gesäumten Lidern unterstrichen. Kleiner moderner Sockel aus rekonstituiertem Stein...

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REF. 158

Wichtiges und seltenes Fragment eines gotischen Tympanons. In einer Mandorla, ein Engel unter dem Arm Gottes, die Hand erhoben in der Haltung des Gerichts...

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REF. 152

Büste einer gekrönten Madonna. Typische Produktion aus Werkstätten in Lothringen oder Ostfrankreich. Spuren von Polychromie...

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REF. 170

Pilgerfigur aus geschnitztem und polychromiertem Kalkstein. Er hält eine Kalebasse in seiner linken Hand. Wahrscheinlich hielt er den Pilgerstab in seiner fehlenden rechten Hand. Sehr schönes Gesicht, eingerahmt von einem langen, gespaltenen Bart...

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REF. 184

Skulptierte Kalksteinbüste eines Engels mit charakteristischer Frisur und Drapierung des 14. Jahrhunderts...

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REF. 154

Lorbeerbekränzter und bärtiger Kopf, der wahrscheinlich einen Kaiser, Karl den Groß oder einen römischen Kaiser darstellt...

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REF. 253

Diese gotische Skulptur stellt den Heiligen Johannes den Evangelisten dar. Sie zeichnet sich durch die Feinheit ihrer Details aus, insbesondere in der Behandlung der weiten und fließenden Gewänder sowie des gewellten und gelockten Haars des Heiligen, das charakteristisch für den spätgotischen Stil ist. Der Heilige Johannes wird dargestellt, wie er ein Buch hält, das Symbol seines Evangeliums. Sein Gesicht, mit zarten und meditativen Zügen, leicht idealisiert, spiegelt eine tiefe Spiritualität wider. Dieses Werk, das dem Meister des Ackeraltars (Meister des Acker-Altars) zugeschrieben wird, wurde im Ulmer Museum ausgestellt und trägt auf der Rückseite eine Inventarnummer, die seiner Leihgabe entspricht. Die Skulptur zeigt die charakteristischen Merkmale des Meißels dieses Meisters, darunter fein durchbrochenes Haar und ein gelassenes Gesicht, das im Kontrast zur Strenge der Werke seiner Zeitgenossen Veit Stoß und Tilman Riemenschneider steht...

Die gotische Skulptur ist geprägt von Vielfalt und Eleganz. Die Galerie Ekinium bietet Werke aus der religiösen und profanen Kunst des Mittelalters.

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