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Herkunft: Oise-Tal, Frankreich.
Material: Kalkstein.
Abmessungen: Höhe: 18 cm
Epoche: Um 1150.
Zustand: Leichte Erosion
Preis: 3 500€
Ref.286
Romanische Maske – Konsolengesims-Element. Oise-Tal.
Männliche Maske, ein Konsolengesims-Element einer romanischen Kirche. Das mandelförmige Gesicht verjüngt sich deutlich zu einem schmalen, hervorstehenden Kinn. Diese Struktur eines „umgekehrten Dreiecks“ ist typisch für bestimmte regionale Schulen, in Artois oder im Oise-Tal. Am eindrucksvollsten sind die Augen: mandelförmig und leicht gewölbt, von scharfkantigen, eingetieften Lidern eingefasst. Das Fehlen einer eingetieften Pupille deutet auf eine bewusste, hieratische Wirkung hin. Das Haar ist grafisch und geometrisch behandelt: parallele, vertikale Einschnitte bilden einen geraden Pony, während seitlich die Haarsträhnen dem Schädelkontur folgen und durch einen leichten Wulst – wie ein Stirnband – vom Gesicht getrennt sind. Diese Merkmale erlauben es, die Maske den Produktionen des Oise-Tals um die Mitte des 12. Jahrhunderts zuzuordnen.
Die Typologie dieser Maske präzisiert ihre Herkunft: Es handelt sich wahrscheinlich um ein Beauvaisiner Konsolengesims-Element, ein architektonisches Motiv, das sich im Oise-Tal ab dem zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts verbreitet. In der ersten Phase sind die Bögen kräftig und die Masken voluminös; ab dem zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts wird die Arkatur schlanker, die Gesichter werden hieratischer und weniger grotesk.
Wenn unsere Maske auch in der Tradition der Konsolengesimsmasken von Villers-Saint-Paul steht, zeigt sie einen weiterentwickelten Charakter: die differenziertere Ausarbeitung der Augen und die Systematisierung der Haarbehandlung mit parallelen Riefen sind Kennzeichen einer reifen Stilphase. Dieses Stück bildet einen bemerkenswerten Markstein der Übergangsskulptur im unteren Oise-Tal um die Mitte des 12. Jahrhunderts.
Vollständiges Dossier auf Anfrage.
Herangezogene Literatur:
·La corniche Beauvaisine. Vergnet-Ruiz Jean. In: Bulletin Monumental, Bd. 127, Nr. 4, 1969. S. 307–322.
·L'art roman, René Crozet, 1996 - Frank Horvat und Michel Pastoureau, Figures romanes, 2001.