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Herkunft: Südburgund, Frankreich.

Material: Kalkstein.

Abmessungen: H. 42,5 cm, B. 23,5 cm, T. 8,8 cm

Epoche: 12. Jahrhundert.

Zustand: kleine Fehlstellen

Preis: 19 800€

Ref.289

INFORMATIONSANFRAGE

Friesplatte - Gegenüberstehende Fabelwesen. Südburgund Umkreis von Cluny.

Friesplatte aus hellem Kalkstein mit der Darstellung zweier einander gegenüberstehender Fabelwesen, hier als Greif und Natter gedeutet, in einer Komposition, die an eine Psychomachie erinnern kann, also an den symbolischen Kampf zwischen Gut und Böse. Mit ihrer dichten und bewegten Komposition ist diese fantastische Bestiariumsdarstellung charakteristisch für die Blütezeit der romanischen Kunst. Das obere Register wird von zwei einander gegenüberstehenden Fabelwesen eingenommen, die als Hochrelief vor ausgehöhltem Grund gearbeitet sind: rechts eine Natter und links ein Greif. Insgesamt spricht vieles für eine Entstehung in Südburgund im zweiten Viertel des 12. Jahrhunderts, im Umkreis der Werkstätten des Cluny-Kreises.

Dieses prachtvolle Relief gehört in die große Tradition des französischen romanischen Bestiariums, doch seine Formensprache unterscheidet es von den erzählerischeren südlichen Zentren und rückt es näher an den französischen Zentralosten, insbesondere an Südburgund und genauer an jene Gebiete, die vom Einfluss Clunys geprägt wurden. Mehrere Merkmale sprechen dafür. Die Komposition zeichnet sich durch eine sehr geschlossen aufgebaute Formensprache aus, in der die beiden Fabelwesen fast das gesamte Bildfeld mit klarer rhythmischer Spannung einnehmen. Die Körper entwickeln sich in geschmeidigen Kurven und fortlaufenden Windungen, nach einer eher rhythmischen als beschreibenden Logik. Solche stark profilierten und rhythmisierten Silhouetten finden sich in einer Reihe romanischer Werke aus Südburgund, wo tierischer Dekor häufig eher als emblematische, fast heraldische Form denn als erzählerische Szene behandelt wird. Zu den überzeugendsten Vergleichen zählen vor allem die Werke aus Cluny und seinem Ausstrahlungsbereich. Für die Abtei Cluny sind hier die Friesplatten des Triforiums der Vorhalle FA896.29.1-6 zu nennen, ebenso wie einige Kapitelle der Abtei Mozac, einer weiteren cluniazensischen Gründung.
Vollständiges Dossier auf Anfrage.
Konsultierte Literatur:
· Contribution à l’histoire de la sculpture des maisons romanes de Cluny, Neil Stratford in Bulletin Monumental, Bd. 153, Nr. 3, 1995, S. 221-242.
· Corpus de la sculpture de Cluny. Tome 1. Les parties orientales de la grande église Cluny III, Neil Stratford, Paris, 2011.
· La mythologie revisitée chez les sculpteurs romans en Bourgogne, Neil Stratford, in Comptes rendus des séances de l’Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 147. Jahrgang, Nr. 3, 2003, S. 1243-1265.
· La Bourgogne romane, Christian Sapin, Chantal Arnaud und Walter Berry, Dijon, 2006.
· Bourgogne Romane, Raymond Oursel, 1986

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